Arbeitsgruppe ‚Demokratie in Zeiten von Unsicherheit‘

 

 

Die Entwicklungen in westlichen Demokratien sind in den letzten Jahren durch gesellschaftliche Spaltung, aggressive Sprache, Missachtung gegenüber Andersdenkenden und den Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen geprägt. Bei der Frage nach den Ursachen für diese Entwicklungen wird häufig auf Unsicherheit, Ungewissheit und Angst verwiesen.

Durch globale Dynamiken und Veränderungen, wie Migration, Klimaerwärmung, wachsende soziale Ungleichheit oder das Aufbrechen traditioneller Geschlechterrollen, scheinen einzelne Personen und Personengruppen das Gefühl zu haben, dass ihre Strategien im Umgang mit der Wirklichkeit nicht mehr in gewohnter Weise funktionieren. Diese Erfahrungen münden in ein Gefühl kollektiver Überforderung, welches sich sowohl auf den kognitiven und performativen als auch auf den diskursiven Bereich erstreckt.

Insbesondere am Erstarken rechtspopulistischer und rechtsnationaler Bewegungen in Europa, Südamerika und den USA wird deutlich, dass die erfahrene Unsicherheit eine Belastungsprobe für die Demokratie darstellt. Die Frage, wie eine solche Unsicherheit ausgehalten werden kann, ist in diesem Zusammenhang unter Umständen sogar relevanter als die Frage nach ihrer Berechtigung. Das gilt insbesondere im Kontext von Gegenwartsgesellschaften als dynamischen Gebilden, in denen bewährte Lösungen und erfahrungsbasierte Routinen immer und immer wieder herausgefordert werden. Vor diesem Hintergrund werden in der Arbeitsgruppe Strategien und Wege diskutiert, wie Unsicherheit sowohl von Einzelpersonen als auch von Gesellschaften als Ganzes ausgehalten werden kann.

Menschen verfügen über zahlreiche Ressourcen, ihre Handlungsfähigkeit trotz tatsächlicher oder gefühlter Unsicherheit aufrecht zu erhalten. Eine Aktivierung dieser Ressourcen stellt in den Augen der Arbeitsgruppe eine Möglichkeit dar, die Gefährdung der Demokratie in Zeiten von Unsicherheit abzuwenden. Es ist das Ziel der Gruppe, diese Ressourcen zu identifizieren und Wege zu deren Aktivierung zu finden. Daher sollen Handlungsweisen, mit welchen Unsicherheit ausgehalten werden kann, sowohl theoretisch analysiert als auch praktisch erprobt werden. Auf diese Weise möchte die Arbeitsgruppe Strategien erarbeiten, mit denen Menschen nicht der Versuchung erliegen, die Welt mit aller Gewalt einfacher machen zu wollen, als sie ist.

 

Mitglieder der AG ‚Demokratie in Zeiten von Unsicherheit‘:

 Fakultät / AbteilungInstitution
Dr. Isabelle BoruckiInstitut für PolitikwissenschaftenUniversität Duisburg-Essen
Dr. Cristian CercelInstitut für soziale Bewegungen (ISB)Ruhr-Universtät Bochum
Dr. Jan-Hendryk de BoerHistorisches InstitutUniversität Duisburg-Essen
Dr. Maren FreudenbergCentrum für Religionswissenschaft-
liche Studien (CERES)
Ruhr-Universtät Bochum
Dr. Timo LükeFakultät Rehabilitations-wissenschaften, Unterrichtsentwicklungs-forschung – Schwerpunkt InklusionTechnische Universität Dortmund
Dr. Tim RuheFakultät PhysikTechnische Universität Dortmund
Dr. Jithender J. TimothyFakultät für Bau- und Umweltingenieurwesen, Lehrstuhl für Statik & DynamikRuhr-Universität Bochum
Daniel Ullrichinnogy SE
Jun.-Prof. Dr. Alexander UnserFakultät für Humanwissenschaften und Theologie, Institut für Katholische TheologieMedizinTechnische Universität Dortmund
Dr. Aukje van LoonFakultät für Sozialwissenschaft, Lehrstuhl für Internationale Politik, Sektion Politikwissenschaft Ruhr-Universität Bochum
Elena WeberRAG-Stiftung