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Themenfelder

Das Netzwerk Global Young Faculty konzentriert sich auf die folgenden fünf Themenfelder. Die Beschreibungen der Themenfelder sind nicht exklusiv, sondern können - und sollen - in den jeweiligen Arbeitsgruppen durch die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler um weitere Forschungsperspektiven ergänzt und konkretisiert werden.

1. Klima (Klimawandel und Energie)
Der Klimawandel verändert die natürlichen und anthropogenen Systeme gleichermaßen. Der Mensch steht als Mitverursacher wie als Betroffener im Zentrum dieses globalen Wandels. Welche Auswirkungen hat beispielsweise ein möglicher Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 2 Grad Celsius für den Agrarsektor in Südamerika, das Wassermanagement Afrikas oder urbane Systeme in Deutschland? Welche Anpassungsstrategien benötigen wir?
Energieeffizienz, Erneuerbare Energieträger, Kohlenstoffabscheidung - welchen Beitrag können diese Technologien zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase und damit für eine nachhaltige Entwicklung der Industrie- und Entwicklungsländer leisten? Wie lassen sich die enormen Energieeinsparpotentiale im Gebäude- und Verkehrssektor effizient umsetzen? Und können wir dem Klimawandel allein durch technologische Innovationen begegnen oder benötigen wir einen weit darüber hinausgehenden, grundlegenden Wandel? Eine veränderte "Klimakultur" steht in diesem Themenfeld ebenso im Fokus wie die Herausforderungen für ein internationales "Climate Governance"-System.

2. Technologie (Mensch 3.0 / Nachhaltigkeit und wissenschaftliches Arbeiten)
"Technologischer Fortschritt / Mensch 3.0" und "Nachhaltigkeit und wissenschaftliches Arbeiten" sind beides Schwerpunkte dieser Forschungsgruppe. Hat sich die Menschheit über die letzten Jahrhunderte hinweg den Herausforderungen der "echten" Welt gestellt und sie zunehmend gemeistert, so bringt die moderne virtuelle Welt eine Online-Identität mit sich, die neue Fragestellungen für das "Mensch 3.0" aufwirft. "Mensch 3.0" steht für das neue Individuum, das sich in einer Welt mit sowohl einer realen als auch einer virtuellen Identität wiederfindet. Hier steht die Interaktion zwischen Technologie und Mensch zentral. Verändern unsere Handlungen die virtuellen Umgebungen? Wie verändern virtuelle Umgebung und moderne Technologien uns? Verlieren wir die Kontrolle über unser eigenes Leben oder gewinnen wir den Zugang zu einem ganz neuen Leben? In wie weit herrscht ein Bewusstsein bei dem Gebrauch moderner Technologien und was ist die Haltung zu möglichen Risiken und möglichen Nebeneffekten des Gebrauchs moderner Technologien? Einen weiteren Schwerpunkt dieser Forschungsgruppe bilden die Konsequenzen der Finanzierung wissenschaftlichen Arbeitens. Sie sind grundlegende Aspekte in der Diskussion um die Zukunft nachhaltiger Forschung. Was sind die politischen Einflüsse in wissenschaftlicher Finanzierung? Können wir Strategien entwickeln, um die Nachhaltigkeit der Forschung zu verbessern?

3. Wirtschaft (Wirtschaftsentwicklung und Strukturwandel)
Globale Ströme und Urbanisierung sind zentrale Themen des 21sten Jahrhunderts. Diversität der globalen Bewegungen verschiedenster Art beeinflusst Urbanisierung und damit auch den wirtschaftlichen Lebensalltag im urbanen Raum. Das Thema "Globale Ströme im urbanen Raum" im Hinblick auf die beiden Kulturhauptstädte in 2010 -  Istanbul und der Metropole Ruhr - bildet den Ausgangspunkt einer Reihe von interdisziplinären Fragestellungen. Repräsentanten und Repräsentation einer Stadt werden hier vielseitig untersucht und verbinden sich in differenzierten Fragen nach verschiedenartigen Strömen, wie beispielsweise Gastarbeiter, Touristen oder Investitionen. In den Kategorien Instrumente/Medien, Vorstellung und Akteure wird unter anderem erforscht, welche Ströme es gibt, ob und wie diese Ströme die städtische Entwicklung fördern und wahrgenommen werden. In wie weit lassen sich diese Ströme beeinflussen? Wie nimmt Diversität in Istanbul und der Metropole Ruhr Gestalt an? Wird Internationalisierung als Chance oder Problem wahrgenommen? Wie wird Diversität thematisiert, kreiert und kommuniziert?

4. Gesundheit (Weltgesundheit und Molekularmedizin)
Die Senkung der Kindersterblichkeit, die Verbesserung der Gesundheit von Müttern und die Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten sind drei der insgesamt acht Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen (MDGs). Die Entwicklung in den ärmsten Ländern hängt vom Erreichen dieser Ziele maßgeblich ab. Wie ist der universelle Zugang zu Medikamenten sicher zu stellen? Infektionskrankheiten und Kindersterblichkeit in den Ländern der südlichen Hemisphäre, Zivilisations- und Alterskrankheiten in den Industrieländern: Immer gibt es einen engen Zusammenhang zwischen der demographischen und der medizinischen Entwicklung. Stichworte wie "Anti-Aging" und "Regenerative Medizin" stehen für den rasanten Fortschritt in der experimentellen Forschung ebenso wie in der therapeutischen Umsetzung. Dabei stellen sich u. a. Fragen wie: Was bedeutet die Technisierung der Medizin für den Patienten? Welche Antworten liefert eine moderne Medizinethik? Wie soll das zunehmend kostenintensive Gesundheitswesen in den alternden westlichen Gesellschaften finanziert und organisiert werden? Wie gehen wir mit möglichen Epidemien und Pandemien in Folge des globalen Klimawandels um?

5. Kultur und Gesellschaft (Menschenrechte; Migration und Integration; Religion und Werte)
Globalisierung ist nicht allein ein wirtschaftlicher Prozess, er umfasst auch politische, soziale und kulturelle Faktoren. Schlagworte wie "Glokalisierung", "Globales Zeitalter", "Globales Dorf" spiegeln die Dynamik und Gegensätzlichkeit dieses Prozesses wider. Welche religiösen Entwicklungen ergeben sich aus der kulturellen Globalisierung, was hat es mit der "Renaissance des Religiösen" auf sich? Unter welchen Bedingungen haben Religionen eher friedensstiftende oder konfliktverschärfende Wirkungen? Wie beantworten wir in einem interkulturellen und interreligiösen Feld Fragen zur Süd-Nord-Gerechtigkeit und zur Generationengerechtigkeit? Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die weltweiten Migrationsbewegungen? Welche Rolle spielen hier unterschiedliche Menschen- und Bürgerrechtsvorstellungen sowie Asylgesetzgebungen? Wie können wir dazu beitragen, die Menschenrechte international zu stärken?
 




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